Touran-Club e.V
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Für die Reparatur werden folgende Werkzeuge benötigt:

  • Ratsche mit kurzer Verlängerung mit 10 er und 13 er Stecknuss
  • Schraubenzieher mit breiter flacher Klinge
  • Imbusschlüssel 6mm

Ersatzteile:

  • Adapter Leitungssatz Einspritzdüsen und Glühkerzen, VW Teilenummer: 3G971033L für die Motoren mit MKB: AZV + BKD.
  • Falls beschädigt, eine neue Zylinderkopfhaubendichtung, VW Teilenummer: 03G103483

Einleitung:

Bei „ruckeldem“ Motor geraten Erfahrungsgemäss nach einer gewissen Laufleistung (meist > 70.000km) folgende beiden Bauteile in Verdacht: zum einem ein defekter Leitungssatz zu den Pumpe- Düse- Elementen und Glühkerzen und zum anderen eine defekte Reglerklappe die sich direkt unter der Ansaugbrücke befindet und die Abgasrückführung reguliert. Zu 70% liegt der Fehler am Leitungssatz zu den Pumpe- Düse- Elementen und Glühkerzen was sich auch in den zahlreichen Erfahrungen in den unterschiedlichen Foren wiederspiegelt. Leider hinterlässt dieser Fehler nur in selten Fällen ein Eintrag im Fehlerspeicher. Hilfsweise kann man während der Fahrt die Daten mit der Diagnose Software (VCDS) loggen .

Überprüfung der Reglerklappe für die AGR :

Damit die Reglerklappe als möglicher Fehler ausgeschlossen werden kann lässt sich diese mit der VCDS Diagnose Software mittels der Stellglieddiagnose überprüfen. Hierfür muss der Ansaugschlauch unter der Reglerklappe durch niederdrücken der Halteklammer abgezogen werden. Mit Hilfe eines Spiegels kann während der Stellglieddiagnose das Öffnen und Schließen der Klappe beobachtet werden. Das sollte gleichmäßig und ohne Rucken geschehen. Einfacher ist die Prüfung des Motorlaufes indem man schlichtweg die Abgasrückführung verschließt. Das lässt am besten durch den Austausch der vorhandenen Dichtung durch eine „Volldichtung“ zwischen der Reglerklappe und dem metallischen Verbindungsrohr der mit dem Abgaskühler verbunden ist bewerkstelligen. Sollte dann der Motor ohne Ruckeln laufen ist die Reglerklappe (VW Teilenummer:038 128 063G für AZV Motor) defekt. Diese Volldichtung kann sehr einfach aus einem Dichtungssatz von der Firma Elring (ELRING/SERVICE-KIT DICHTUNGSPAPIER / DIRKO 447.100) fertigen indem man die alte Dichtung auf den Dichtungswerkstoff mit Metalleinlage (für Temperaturen über +200 °C , Dicke ca.1,25 mm) auflegt, nachzeichnet und mit einer robusten Schere ausschneidet. Die beiden Bohrungen mit einem 10er Holzbohrer vornehmen.
Falls der Motor nach diesem Versuch nicht ohne ruckeln läuft sollte man den Leitungssatz austauschen. Durch ein Gespräch mit dem „Freundlichen“ habe ich erfahren das dass Ersatzteil ständig auf Lager gehalten wird, da dort häufig der Fehler vorliegt. Der Kabelsatz liegt regelrecht im Motoröl das bekanntlich bis zu 100°C warm werden kann. Kein Wunder das da eine rasche vorzeitige Alterung der Isolierungen stattfindet. Eigentlich völlig unverständlich das diese Verkabelung im Öl liegt, die ich in der Form in anderen Automobilen noch nie gesehen habe.

Vorgehensweise beim Austausch:

Zuerst die Motorabdeckung an der Vorderfront ruckartig hochziehen und in Fahrtrichtung ziehen und wegnehmen. Das Entlüftungsrohr zwischen der Kurbelgehäuseentlüftung an der Zylinderhaube und dem Ansaugrohr zum Turbolader führend entfernen. Als nächstes ist die obere Zahnriemenschutz an den beiden Federklammern zu lösen und zur Seite zu schieben wie in Abb.2 dargestellt. Ein entfernen des Zahnriemenschutzes ist nicht erforderlich, da man nun Zugang zu der eine Schraube der „Ventildeckelhaube“ hat. Danach die insgesamt 11 Schrauben an der Zylinderkopfhaube (früher Ventildeckel genannt) vollständig lösen. Sie können aber nicht herausgenommen werden! Damit soll verhindert werden das die Schrauben irgendwo hineinfallen. Um die Haube leichter herausnehmen zu können ist zuvor die Verschraubung an einer Halterung nahe der Unterdruckpumpe zu lösen. Hierfür muss aber im Vorfeld der Luftfilterkasten mit dem Luftmassenmesser ausgebaut werden ( siehe Reparaturanleitung für den Austausch des Kühlmitteltemperatursensors G62 ohne Kühlmittelwasserablass). Zusätzlich müssen zuvor die beiden 10- er Schrauben (M 6x 12) an den Halterungen der 4er Kraftstoffrohrleitungen herausgeschraubt werden (siehe Abb.1). Mit etwas Geschick bei gleichzeitigem „ beiseite drücken“ der Bauteile lässt sich die Zylinderkopfhaube abnehmen. Als nächstes sollte vor dem Abnehmen des elektrischen Rundsteckers der rote Sicherungsstift (Kontaktverriegelung) nach außen gedrückt werden. Dann kann die sogenannte Zentralsteckerverbindung vom Zylinderkopf trennen. Nun kommt der schwierigste Teil: das lösen der Arretierungskupplung (Adapterring) am Zentralstecker der Rundsteckerverbindung am Zylinderkopf. Einige empfehlen hierfür eine Wasserpumpenzange mit dazwischengelegtem Lappen mit deren Hilfe man den Adapterring entgegen dem Uhrzeigersinn um 90° dreht. Bei diesem Versuch ist mir der Ring teilweise zerbrochen da ich aufgrund des vorliegenden Platzmangels keinen Spielraum für die Runddrehung hatte. Deshalb habe ich in diesem Fall mit einem Schraubenzieher mit breiter flacher Klinge gearbeitet den ich in eine Kerbe angesetzt habe. !!Vorsichtig mit sanften!! Hammerschlägen die Steckerhülse entgegen dem Uhrzeigersinn lösen. Als nächstes die 2 Sicherungsklammern leicht nach innen drücken und den Zentralstecker nach innen heraus drücken. Jetzt kann man die drei Innensechskantschrauben (M6 x10) an den Edelstahlklammern des Leitungssatzes herausdrehen. Auch diese lassen sich zum Schutz nicht herausnehmen und bleiben somit in den Klammern Nachdem man die Flachkontakte zu den Einspritzventilen und die Rundsteckerhülsenkontakte zu den Glühkerzen abgezogen hat lässt sich die Leiste herausnehmen. Der Einbau geschieht in umgekehrter Reihenfolge. Beim Einsetzen des Adapterringes des neuen Leitungssatzes auf Positionierung der grünen Markierung achten. Diese sollte die 12 Uhr Position einnehmen bevor sie durch eine 90° Umdrehung in Uhrzeigerichtung festgezogen wird. Auch hier habe ich einen Schraubenzieher mit flacher Klinge eingesetzt wie dies oben beim Ausbau bereits beschrieben wurde.

Der Einbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.

Fotodokumentation

  • Diese beiden 10 er- Schrauben an der Halterungen der 4er Kraftstoffrohrleitung lösen und diese beim Ausbau der Zylinderkopfhaube leicht beiseite drücken.
 
  • oberer Zahnriehmenschutz nach lösen der beiden Federklammern wie in der Abbildung ersichtlich beiseite drücken. Nicht abnehmen!!
 
  • Die mit dem Pfeil gekennzeichnete Schraube herausdrehen damit die Halterung beim abnehmen der Haube „beiseite gedrückt“ werden kann.
 
  • Das herausdrehen des Zentralsteckers ist erst nach dem herausschieben des roten Sicherungsstift (Kontaktverriegelung) in Pfeilrichtung möglich.
 
  • Diese Abbildung zeigt den vom Zentralstecker zu lösenden Adapterring damit der Leitungssatz nach innen herausgeschoben werden. Der Adapterring ist beim eingebauten neuen Leitungssatz so einzusetzen wie auf der Abbildung zu sehen ist (gelber Pfeil)
 
  • Die drei Innensechskantschrauben (M6 x10) an den Edelstahlklammern des Leitungssatzes herausdrehen.
 
  • bevor man den Zentralstecker aus der Bohrung des Zylinderkopfes nach innen herausziehen kann diese beiden Klammern leicht nach innen biegen. Klammer auf keine Fall entfernen!
 
  • Anschlussstecker zu den Pumpe Düse Elementen. Zum lösen der Verbindung die metallische Zunge niederdrücken und den Stecker abziehen.
 
  • Blick auf den Zylinderkopf ohne den Leitungssatz. PDE, Rollenkipphebel der PD- Einheiten und die Einlassnockenwelle sind gut zu sehen.
 
  • Hier sieht man das die Einlassventile aufgrund der Anordnung der Rollenkipphebel über Kreuz angeordnet sind. Diese diagonale Konstellation versetzt die einströmende Luft in einen Doppelwirbel. Ferner sieht man auch den Anschluss der Glühkerze.
 

 

vielen Dank an David Rey der mal wieder eine perfekte Anleitung erstellt hat.

Jede Haftung für Schäden bei einer unsachgemässen Reparatur beim Gebrauch dieser Anleitung wird ausgeschlossen. Jeder handelt auf eigene Verantwortung. Wer sich eine solche Reparatur nicht zutraut, solllte besser eine Fachwerkstatt aufsuchen. Sicherheit geht vor !!!

 

 

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